(K)eine Welt ohne Musik in der Presse - O-TÖNE
BdS aktuell – September/Oktober 2005
Bund der Schwerhörigen e.V.
(Autor: Frauenmusikzentrum e.V.)
Vorstellen des Projektes (K)eine Welt ohne Musik
und inhaltliche Darstellung der Herangehensweise
BdS aktuell – Januar / Februar 2006
Bund der Schwerhörigen e.V.
(Autor: Bettina Herrmann / Frauenmusikzentrum e.V.)
Bleibt am Ende die Frage: Keine Welt ohne Musik? Oder eben doch eine Welt ohne Musik?
[...] Ich kann das mit den gängigen Maßstäben
nicht beurteilen, für mich bleibt aber als Resümee
der beiden Workshopwochenenden: JA, wir haben
Musik gemacht. Und wir hatten viel Spaß dabei.
Und es ist schön!
Zusammenfassend also frei nach Karl Valentin:
Musik ist schön, macht aber viel Arbeit!
DAS ZEICHEN - Nr. 72, März 2006
Zeitschrift für Sprache und Kultur
Gehörlosen
Institut für Deutsche Gebärdensprache
(Autorin: Bettina Herrmann) Das sinnliche Erleben von Musik, und das
wurde auf dem Workshop deutlich, ist für die Teilnehmerinnen eine gänzlich neue Erfahrung,
die ihnen außerordentlich viel Spaß machte.
Meine Zeilen sind ein Plädoyer dafür, an Schulen
für Hörbehinderte Rhythmik und Musik als
Unterrichtsfach anzubieten und dabei durchaus
auch musiktheoretische Grundlagen zu vermitteln,
Konzepte zu entwickeln, die die Besonderheit einer
Hörbehinderung einbeziehen und ein Angebot an
die Zielgruppe machen, das Musik spürbar und
nachvollziehbar, erlebbar macht.
„Sehen statt Hören“ – 14.Januar 2006
Bayrischer Rundfunk Teilnehmerin Tina Eskes (gehörlos): Alleine die Bassgitarre zuspielen und im
Rhythmus zu bleiben, das geht schon. Aber
zusammen mit dem Schlagzeug ist das schwerer.
Dann muss man sich auf die verschiedenen
Handgriffe konzentrieren; ich muss noch mehr
üben, aber es ist sehr interessant.
Die körperliche Belastung ist bei der Bassgitarre für
die Schulter und den Rücken schon sehr hoch. Ich habe gelesen, dass so eine Gitarre 5 Kilo wiegt
Und ich muss beim Spielen auch immer wieder
runter auf die Saiten schauen, die ich gerade
zupfen muss. Die Hörenden schauen beim Spielen
in die Luft. Das kann ich natürlich noch nicht.
Mir hat die Bassgitarre am meisten Spaß gemacht,
weil ich die Musik viel intensiver am Körper spüren
konnte. das Schlagzeug habe ich auch ausprobiert
und es war auch sehr intensiv. Aber ich hab beim
Spielen weniger gespürt als wenn ich daneben
stand. Wenn ich diese Schlaginstrumente spiele, spüre ich fast überhaupt nichts.
Teilnehmerin Bettina Herrmann (schwerhörig): Ich als Schwerhörige habe noch einen gewissen
Vorteil: es ist schon schwer für mich, aber die die
gehörlosen Teilnehmerinnen ist es noch um einiges schwerer, zusammen mit den anderen Musik zu
machen. Die Gehörlosen können am Schlagzeug
nicht spüren, ob die Töne hoch oder tief sind. Sie
haben weniger Kontrolle darüber. Für mich ist das
schon eher möglich.
Teilnehmerin Tanja Pontius (gehörlos): Ich finde das Keyboard sehr spannend. Es macht
mir viel Spaß. [...] Das Spielen ist aber nicht
einfach. Man muss mit beiden Händen parallel
spielen. Man kann nicht einfach die Hände
unkoordiniert hin und her bewegen. Sie müssen
genau zusammen passen. Ich find`s aufregend.
MUSIKFORUM – April/Juni 2006 :
Das Magazin des Deutschen Musikrates
(Autorin: Ulrike Krahnert) Gibt es nur eine Art, sich Musik zu nähern?
(K)eine Welt ohne Musik sagt: NEIN – und
ermutigt dazu, bekannte Regeln umzustoßen
und eine eigene musikalische Sprache zu
entwickeln.
Die 23jährige Teilnehmerin Jana Bigger
erzählt: „Die Dozentin (Elena) war ziemlich
streng und fordernd. Aber ich fand das gut,
weil sie sagte: „Ihr schafft das, habt den Mut,
macht das einfach mal, geht da nicht so
zögerlich ran!“ Das war ein wichtiger Impuls.“
Die hörgeschädigte Teilnehmerin Bettina
Herrmann fühlte sich an den Drums am
wohlsten: „Am Schlagzeug hatte ich am
ehesten den Eindruck, „hineinzukommen“ in
das, was Musik so erfüllend macht.
[...] das hatte geradezu etwas Berauschendes,
Ekstatisches und machte unglaublich viel Spaß.
Maya Consuelo Sternel, Dozentin an den
Keyboards, ermutigt: „Ein festes Konzept oder
Rezept, Musik zu machen – das gibt es nicht.
Ein großes Kompliment an die Teilnehmerinnen.
Es ist wirklich nicht einfach für Gehörlose,
gemeinsam eine Form zu finden. [...] Aber ich fand
es großartig, was sie sich ausgedacht und wie sie
zusammen gespielt haben. Ich finde das Resultat
sehr spannend, es ist eine neue Art von Musik.